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Spelunky 2 überleben: Tipps für eine erfolgreiche Expedition

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Hallo, ihr Forscher! Vor vielen Monden – auf den Tag genau vor sieben Jahren – verfasste ich auf diesem Blog hier eine Überlebensanleitung für Spelunky HD mit Anfängertipps und -tricks, die auf meinen unzähligen Reisen (779 allein auf PS4) in tief die Höhlen und noch weiter basiert.

Endlich sind wir bei Spelunky 2 angekommen – der Fortsetzung zu einem der besten, richtungsweisendsten Spiele aller Zeiten. Und nachdem ich eine sinnvolle Zeit lang mit einem Exemplar der Vorabversion verbracht habe, kann ich ein paar meiner Erfahrungen mit euch teilen. Damit meine ich eine Handvoll Tipps – konkreter wie philosophischer Natur – für wiederkehrende und ganz neue Spieler gleichermaßen. Macht euch bereit: Die Wände verschieben sich … wieder …

Seid darauf gefasst, schlecht zu sein.

Ob ihr nun zum ersten Mal spielt oder schon tausend Stunden in die Spielereihe investiert habt, macht nicht den Fehler, zu denken, Spelunky 2 sei wie andere Spiele – nicht mal wie Spelunky HD. Natürlich benötigt ihr etwas Geschicklichkeit und mechanisches Verständnis, um mehr als ein paar Minuten durchzuhalten, aber die andere Hälfte des Fortschritts in einem Spelunky-Spiel besteht daraus, zu lernen, wie alles zusammenpasst. Die einzelnen Teile der Levels, die generiert werden, und wie es sich anfühlt, sich zwischen ihnen zu bewegen, das Verhalten der Gegner, die Art und Weise, wie sie miteinander interagieren, die unterschiedliche Schadensmenge, die alles auf euch haben kann, und so weiter und so fort. Ihr werdet einfach für einige Zeit schlecht sein, bis ihr anfangt, die kritische Menge an Informationen zu verinnerlichen. Also, seid nicht frustriert. Akzeptiert es einfach von vornherein und genießt den unermesslichen Lohn, den ihr erntet, wenn ihr gut im Spiel werdet und zu verstehen beginnt, wie alles zusammenpasst.

Hört nie auf, zu sammeln.

In meiner ursprünglichen Anleitung zu Spelunky HD war mein erster Tipp, immer etwas zu tragen – einen Fels, einen Bogen, eine Ratte –, um es als Falle auf herannahende Gegner zu werfen. Während das immer noch wichtig ist und regelmäßig Leben rettet, stellen die kleinen Kreaturen in der Umgebung (Mistkäfer in der ersten Welt, zum Beispiel) keine Bogenfallen mehr auf. Außerdem gibt es jetzt einige Möglichkeiten mehr, den Schaden zu absorbieren. Es ist dieses Mal aber noch wichtiger, jedes Stück Gold und jeden Edelstein einzusammeln, den ihr seht (oder findet, indem ihr Gefäße zerbrecht, besonders das „Geistgefäß“, wenn ihr es neben einem Levelausgang zerschlagt). Warum? Weil die Gegenstände, die ihr in den Läden von Spelunky 2 kaufen könnt, noch nützlicher/abwechslungsreicher/spaßiger sind und ihr euch das gute Zeug einfach leisten können wollt, wenn ihr es seht.

Aus Alt mach Neu.

Wie oben beschrieben sind die ausrüstbaren Gegenstände von Spelunky 2 unglaublich nützlich – nicht nur die Neuzugänge (das Power Pack ist eine überaus lustige, wenn auch chaotische Methode, im Level aufzusteigen), sondern gerade auch die überarbeiteten Gegenstände aus dem ersten Spiel. Der Kompass ist eine ungeheure Hilfe und weist euch in unbekannten, spannungsgeladenen neuen Welten – darunter der überarbeitete Dschungel – den Weg zum Ausgang. Aber nicht nur das: Jetzt verrät er euch auch noch (einige) versteckte Ausgänge, solltet ihr anfangen, nach den vielen obskuren Geheimnissen des Spiels zu graben. Einen wurf-tastischen Job macht der Bumerang, der jetzt auch nach schwierigeren Würfen zu euch zurückkehrt und dabei überraschend preiswert im Laden zu erstehen ist. Die Kletterhandschuhe kleben nicht mehr automatisch an jeder Oberfläche fest (dafür müsst ihr jetzt eine Taste gedrückt halten). Damit wurde die einzige Schwachstelle des besten Gegenstands im Spiel behoben. Einige Gegenstände wie die Schrotflinte haben wir aber auch herabgestuft. Sie hat jetzt einen Rückstoß, sogar wenn ihr an Seilen, Lianen oder Ketten hängt (außer ihr habt das vorher erwähnte Power Pack). Und zu guter Letzt wäre da noch der Umhang, der überraschenderweise sehr wichtig geworden ist, weil … 😉

Zurück zu den Wurzeln.

So toll und wichtig diese ganzen zusätzlichen Höhlen-Werkzeuge alle sind, gute Höhlenforscher wissen, dass die wichtigsten Werkzeuge in ihrem Kasten ihre Grundwerkzeuge sind: eine Peitsche, ein paar Bomben und jede Menge Seile (und vielleicht noch etwas Kies). Und um das Meiste aus ihnen herauszuholen, müsst ihr genau wissen, wie sie funktionieren. Nach einer Zeit bekommt ihr bestimmt ein gutes Bauchgefühl für sie, aber denkt dran, dass die Peitsche eine bestimmte Reichweite und „Treffer-Box“ hat – und die verhalten sich jeweils anders als in Spelunky HD. Viele Gegner erfordern eigene Herangehensweisen. Vielleicht wollt ihr euch um die Fledermäuse mit einem rückwärts gerichteten „Rück-Schlag“ der Peitsche kümmern? Der Bombenradius hat sich im Vergleich zu Spelunky HD ebenfalls geändert und damit auch das Wissen um den nötigen Sicherheitsabstand – bzw. das Wissen, wie viele Blöcke ihr mit einer Bombe sprengen könnt … Wissen, das über einen gelungenen oder misslungenen Durchlauf entscheiden kann. Und was die Seile angeht: Vergesst nicht, dass ihr damit zur Not Gegner über euch treffen könnt und – Überraschung – wütende Ladenbesitzer jetzt auch an ihnen hochklettern können, um euch zu schnappen (was in bestimmten Situationen sehr hilfreich sein kann).

Der Vogel des Jahres.

Die neuen Reittiere im Spiel machen nicht nur Spaß, sie sind auch sehr hilfreich. Je schneller ihr euch mit ihnen vertraut macht, umso besser. Das gilt vor allem für die Truthähne, auf die ihr in der ersten Welt stoßt. Sobald ihr sie gezähmt habt, könnt ihr mit ihnen Doppelsprünge ausführen und sie absorbieren etwas Schaden für euch. Und wenn es zu gefährlich wird oder unpassend erscheint, ein Hindernis mit ihnen zu umgehen, lassen sie sich außerdem ganz praktisch wie ein federverzierter Koffer umhertragen. Es braucht etwas Zeit, sich an sie zu gewöhnen, aber glaubt mir, es lohnt sich. Und wenn alle Stricke reißen, könnt ihr sie immer noch mit einer Bombe oder einer Fackel braten … Das gibt leckere, lebensspendende Herzen. Beim Felsenhund in der Vulkan-Welt solltet ihr vorsichtig rangehen – aber wenn ihr ihn zähmt, stehen euch Feuer-Atem und Feuer-Immunität zur Verfügung (also eurem Reittier, nicht euch).

Fackeln – die neuen Steine.

Viele der neuen Gegner in Spelunky 2 können mehrere Treffer einstecken, bevor sie endgültig besiegt sind. Das macht den Standard-Felsen etwas weniger nützlich als noch im ersten Teil (zum Aufstellen von Fallen kann man ihn aber nach wie vor ausgezeichnet einsetzen). Geworfene Pfeile zerbrechen jetzt nicht mehr, wenn sie durch schwächere Gegner wie Fledermäuse dringen, aber ich empfehle euch DRINGEND, euren neuen besten Freund näher kennenzulernen: die Fackel. Lasst die Peitsche auf ein beliebiges Lagerfeuer knallen und schon habt ihr eine Fackel. Angezündet teilen sie 2 Schadenspunkte aus und brennt sie nicht mehr, könnt ihr sie per Wandfackel wieder entfachen. Mit einer Fackel könnt ihr sogar Truthähne braten (ihr Monster!) und den ersten Miniboss mit nur ein paar Würfen erledigen. Unterschätzt bloß eure einfache und bescheidene Fackel nicht!

Lasst den Weg zu euch kommen.

Neuen Spielern empfehle ich, es langsam anzugehen (aber nicht langsamer als 3 Minuten, sonst taucht der Geist auf) und euch die Routinen der Gegner, Förderbänder usw. anzusehen, bevor ihr auf sie zu rennt. Lasst das Unerwartete zum Erwarteten werden, vermeidet unangenehme Überraschungen, indem ihr erst mal Mäuschen spielt, bis ihr bereit seid, die am wenigsten gefährlichen nächsten Schritte zu unternehmen. (Dies gilt besonders für die Maulwürfe in der ersten Welt: Beobachtet ihre Handlungsabläufe und lasst sie einfach ihr Ding machen, denn es ist es selten wert, sie anzugreifen.) Für erfahrene Spieler hat der Weg eine vollkommen andere Bedeutung. Aber wisst ihr was? Früher oder später werdet ihr ihn meistern und bis dahin wird euch jeder Schritt auf eurem Weg etwas Wundervolles, etwas Neues offenbaren. Aber ärgert euch nicht, wenn ihr den Weg nicht findet oder ihr erst einmal etwas gradlinig das Spiel meistert. Freut euch einfach an allem, was Spelunky ausmacht und versucht, mit der Zeit immer besser zu werden. Das wird zwar länger dauern, als ihr denkt, aber jedes Mal seid ihr immer etwas besser gewappnet, euch noch hinterhältigeren Herausforderungen zu stellen. Und das führt mich zu …

Schafft eure eigenes Spelunky-Netzwerk.

Sollen wir nicht ständig unsere „Netzwerke“ in dieser verrückten Welt ausbauen (und spielt Spelunky 2 vielleicht genau deshalb auf dem Mond?). Wieso trommelt ihr nicht einfach ein paar Freunde zusammen, um ein eigenes kleines Netzwerk zu bilden, um euch gemeinsam in die Tiefen von Spelunky 2 zu graben? Ihr könnt so viel voneinander lernen, wenn ihr euch beim Spielen zuschaut und euch gegenseitig Tipps gebt oder euch abwechselnd an Durchläufen probiert. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags habe ich den Online-Koop-Modus zwar noch nicht selbst ausprobiert, aber ich muss einfach annehmen, dass er fabelhaft ist. Aber mal abgesehen davon rate ich euch, nicht als Erstes online nach Geheimnissen und Spoilern zu Spelunky 2 Ausschau zu halten. Es gibt so viele von ihnen und es ist dermaßen befriedigend, sie selbst – alleine oder mit einer kleinen Gruppe – zu entdecken. Könnt ihr euch noch an die Zeit erinnern, als man nicht jederzeit alles über alles gewusst hat? Die Zeit, in der man wilde Gerüchte und Theorien mit Freunden in der Spielhalle ausgetauscht hat? Genau dafür ist Spelunky 2 das perfekte Spiel. Zumindest in den ersten Wochen solltet ihr euch untereinander austauschen … und das vielleicht nicht gerade im Internet. Und falls ihr selbst kein Teil so eines Netzwerks seid, dann geht doch ins große Netzwerk, dem Internet, und hört euch dort meinen Podcast an: Eggplant: The Secret Lives of Games (früher auch bekannt als „The Spelunky Showlike“). Diesen Freitag, den 18.9., starten wir mit unserer ausführlichen Mini-Reihe über Spelunky 2 – wenn ihr noch nichts vorhabt, dann hört doch mal rein und spielt gemeinsam mit uns.

Und das war‘s! Spelunky 2 ist einfach eine Schatztruhe voll mit brillantem Design, Herausforderungen, Lachern, Geheimnissen und – natürlich – Schätzen. Ich hoffe, dass ihr jetzt ein wenig besser auf eure Reise vorbereitet seid. Glück auf, Forscher!

PS: Ein besonderer Dank geht an meine Kollegen Zach Gage and Doug Wilson für ihre Beiträge! Und an Derek Yu, der uns nicht nur dieses wunderbare Spiel geschenkt, sondern auch diesen Beitrag abgesegnet hat.

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