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Vom Konzept zur Relität: Wie das “Iden” Theme für Star Wars Battlefront II entstand

Russell Walks // Artist:


Mein erstes Star-Wars-Bild habe ich sofort gemalt, als ich Star Wars: A New Hope gesehen hatte. Ich habe damals mit Kuli ein Portrait von Luke Skywalker auf die Rückseite eines Briefumschlags gemalt. Vielleicht war’s auch Han Solo – ich weiß es nicht mehr und das Kinn sah vielleicht eher aus wie Greedo. Ganz ehrlich – es war schlecht, aber das war halt egal. Es ging ums Malen und darum, dass ich dabei einfach in einer ganz anderen Welt war, auf dem Todesstern und auf Sturmtruppen geschossen habe. Ich war dabei, eine Prinzessin zu retten!

Seit diesem ersten Bild ist ziemlich viel Zeit vergangen – ich hab in der Zwischenzeit für viele große Unternehmen der Welt gearbeitet und Bilder erschaffen, die auf Science-Fiction und anderen Teilen der Pop-Kultur basieren. Luke Skywalker hab ich wahrscheinlich tausend mal gezeichnet. Aber es ändert sich auch nach dem tausendsten Motiv zu Star Wars nichts daran, dass ich immer wieder diese spezielle Magie wiederfinde.

Ich war total überwältigt, als ich die Möglichkeit angeboten bekam, ein Theme für PlayStation basierend auf Star Wars Battlefront II zu erschaffen. Ich hatte so viele Ideen, was daraus werden könnte. Ich habe mir Gedanken gemacht über Farben, Action und eine Art Retro-Propaganda-Feeling, das ich hoffentlich jetzt in meiner Arbeit wirklich rüberbringe.

Ich will euch einen Einblick in den kreativen Prozess für so ein Projekt geben. Als erstes verbringe ich ein paar Tage mit Recherchen – Bilder von den Charakteren oder einfach Kunstwerke von anderen. Ich folge dabei den Wegen, durch die mich das Internet schickt. Dieses Mal habe ich zum Beispiel mit Rennpostern von früher verbracht, mit WPA-Postern aus den 30ern (die Works Progress Administration sollte damals in Amerika neue Arbeitsplätze schaffen) und Straßenkunst von Leuten wie Banksy und Shepard Fairey. Dieser Schritt ist wichtig, weil Inspiration eine Art “Sammlung” braucht. Ich liebe den Funken, der in meinem Kopf entsteht, wenn ich sehe, was andere vor mir geschaffen haben.

Nach diesem ersten Schritt mache ich erste Entwürfe fertig und teile die mit der Gruppe, die am Projekt teilhat. Ich sitz in der Zeit zuhause in meinem dunklen Studio und während sie überlegen, rede ich mir ein, dass alles, was ich mache eh fürchterlich ist und die nächste E-Mail wahrscheinlich meine Kündigung enthält. (Das ist zwar noch nie passiert, aber trotzdem ist das flaue Gefühl im Magen immer noch jedes Mal ein wichtiger Schritt). Normalerweise verschicke ich ein paar unterschiedliche Ideen und sobald eine davon ausgewählt wurde, überarbeite ich sie, baue Empfehlungen ein und verbessere die Stellen, die ich verbesserungswürdig finde.

Bei diesem Projekt habe ich zum Beispiel die meiste Zeit mit Idens Gesicht verbracht – anfangs war es sehr kantig und wurde dann etwas weiblicher. Ich habe dabei auch die Waffe gegen einen treuen Droiden, ID10, ausgetauscht. Am Ende kam dann das dabei raus, was ihr jetzt runterladen könnt – kostenlos!

Auch wenn mir immer wichtig war, dass mein Werk sich auf Iden konzentriert, gab es am Anfang noch Entwürfe mit Verweisen auf anderen Charaktere, die sie auf ihrer Reise trifft. Während der Arbeit habe ich immer mehr über Idens große Bedeutung für die riesige, breitgefächerte Geschichte von Star Wars gelernt und darüber nachgedacht. Schließelich habe ich beschlossen, dass sie auch mal in Ruhe gelassen werden könnte und alle anderen – außer ID10 – wieder gestrichen. Und ich wollte sie ursprünglich eigentlich mit Helm abbilden. Aber dann habe ich mich irgendwie doch in Janina Gavankars Art verguckt und wollte unbedingt ihren Enthusiasmus, ihre Aufregung und ihren Mut auch in ihrem Gesicht zeigen. Ich dachte, dass es cool wäre, diese Emotionen zu zeigen, vor allem, weil es in Battlefront II um mehr geht, als nur um Laser und Schwerter. Es geht auch darum, das richtige zu tun und Mut zu zeigen, auch wenn die Chancen schlecht stehen. Bei Iden geht es darum, Menschlichkeit zu bewahren und die zeigt sich wohl am besten in ihrem Gesicht.

Version 1

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In meinen ersten Versuchen seht ihr sofort, dass noch etwas fehlt. Es gibt keine echte Nähe und keine Handlungsaufforderung. Es gibt keine Bewegungen und man steht nur außen und sieht in etwas hinein – Iden steht auch kaum im Mittelpunkt.

Sie sind wie Vorspeisen in einem Schnellrestaurant – nicht besonders gut, aber man bekommt Appetit.

Version 2

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MIt diesem Stück hat sich meine Idee verfestigt, dass es am besten sein würde, sich ganz auf Iden zu konzentrieren. Ich mag dieses Bild, aber am Ende ist die Geschichte eben Idens Geschichte und ich wollte mich genauso ganz auf sie konzentrieren.

Version 3

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Hier seht ihr schon, dass ich mich verbessert habe. Aber ich mag trotzdem die Komposition und die Farben nicht. An diesem Punkt ist mir aufgefallen, dass ich noch etwas anderes hinzufügen sollte.

Version 4

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Das hier ist schon ganz nah dran! Was mir nicht gefällt ist aber der Winkel, die Härte und dass die Zusammenstellung irgendwie einfach die gleiche wie beim anderen ist. Ihr Gesicht etwas weicher zu machen war einfach, aber die Komposition war für mich eine Weile ein harter Brocken. Irgendwann gegen zwei Uhr morgens, als ich das Spiel gespielt habe, überkam mich ganz plötzlich die Idee, die Waffe auszulassen und stattdessen ID10 hinzuzufügen.

Version 5

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Hier war der Hintergrund aber IMMER NOCH zu kompliziert. Ich habe die dritte Farbe fallen lassen und hatte endlich mein Ziel erreicht.

Ganz oft werde ich gefragt: “Hast du ein Lieblingsposter von den Star-Wars-Filmen?” und meine Antwort ist: Einige! Ich liebe das “Circus”-Poster von Drew Struzan und Charles White. Ich steh auch wirklich auf Kazuhiro Sanos Arbeit für Return Of The Jedi und Drews “Special Edition”.

Die seh ich mir immer und immer wieder an. Sie sind inspirierend, aber ich suche darin nicht nach Elementen, die ich selbst verwenden kann. Es ist eher so, dass ich die Stücke – und viele, viele andere – als Inspiration sehe, mein Bestes zu geben und eine neue Blickrichtung zu finden. Gerade für etwas, das so viele von uns lieben.

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Star Wars mein Leben verändert hat und wenn ihr meinem zwölfjährigen ich damals gesagt hätten, was ich als Erwachsener beruflich machen würde, hätte er vermutlich einen Herzanfall gehabt. Die Arbeit ist wirklich nicht leicht, absolut nicht, aber sie ist so erfüllend und bringt mir so viel, dass ich meistens – wenn ich zum Beispiel voll in die Single-Player-Kampagne vertieft bin und völlig überwältigt davon werde, wie cool Battlefront II ist – einfach nicht glauben kann, wie viel Glück ich hatte.

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