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Desperados 3: Wild West für Taktik-Tüftler

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Wie sagte schon Colonel John „Hannibal“ Smith am Ende einer Episode der TV-Serie A-Team immer: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Genau so zufrieden wie der Chefstratege der schlagkräftigen Truppe Ex-Soldaten könnt ihr euch auch fühlen, wenn ihr eine der anspruchsvollen Mission in Desperados 3 erfolgreich abgeschlossen habt. Aber nehmt euch Zeit für euren Ausflug in den Wilden Westen, denn die Entwickler von Mimimi Games aus München haben bereits mit dem Echtzeitstrategie-Knaller Shadow Tactics: Blades of the Shogun gezeigt, dass ihr ordentlich Geschick, Kombinationsgabe und Geduld braucht, um einen Auftrag erfolgreich abzuschließen.

Die John Cooper-Saga

Langjährige Strategie-Fans werden den ersten Teil der Desperados-Serie „Wanted Dead or Alive“ aus dem Jahr 2001 vielleicht noch kennen und lieben. Schon im Taktik-Erstling hieß der Protagonist John Cooper, der sich im Verlauf der Fortsetzungen „Cooper’s Revenge“ und „Helldorado“ – das eigentlich ein Add-on des zweiten Teils sein sollte, aber als eigenständiges Spiel erschien – mit allerlei Bösewichten, wie dem Eisenbahnmagnaten Lloyd Goodman und Bandenbass „Angel’s Face“, anlegt. Keine Sorge, wenn euch das alles nichts sagt, „Desperados 3“ ist als Prequel angelegt und erfordert keinerlei Story-Vorkenntnisse, bietet aber genügend Fan-Service um Serien-Kenner richtig glücklich zu machen. Worum geht’s? Kurz und spoilerfrei: Im Jahr 1870 macht sich Revolverheld John Cooper auf einen Rachefeldzug, der ihn von Colorado über Louisiana bis nach New Mexico führt. Auf seiner langen Reise trifft er Mitstreiter, die ihn tatkräftig unterstützen und mit der Zeit zu echten Freunden werden.

Fünf Freunde

Protagonist John Cooper rekrutiert im Verlauf des Abenteuers vier Mitstreiter, die über ganz besondere Fähigkeiten verfügen. Aber nicht immer könnt ihr die mächtigen fünf Freunde gleichzeitig einsetzen, manche Abschnitte sollt ihr Solo absolvieren oder mit einer vorgegeben Auswahl.

John Cooper

Der Cowboy mit enormen Rachegelüsten ist ein Meister mit seinem beiden Revolvern und schaltet Gegner mit Blei aus, kann aber auch mit einem Messer lautlos Feinde hinterrücks meucheln.

Hector Mendoza

Der riesige Trapper mit Rauschebart erlegt Gegner im Zweikampf pixelblutig mit seiner mächtigen Axt oder lockt sie in seine tödliche Bärenfalle, die der Hüne liebevoll Bianca nennt.

Doc McCoy

Als Fernkämpfer der Truppe kann der gute Doktor aus der Deckung Flaschen mit Betäubungsgas auf Gegner-Gruppen werfen oder mit seinem Scharfschützengewehr auch aus großer Entfernung Wachen eliminieren.

Kate O’Hara

Die bildschöne Kate setzt ihre weiblichen Reize dazu ein, Feinden erst einmal den Kopf zu verdrehen und diese dann mit ihrer versteckten Schusswaffe niederzustrecken.

Isabelle Moreau

Mit Isabelle, die erst später im Spiel zu eurer Truppe stößt, bekommt ihr eine Kämpferin mit magischen Fähigkeiten an die Seite gestellt. Mit ihren Voodoo-Kräften und vergifteten Pfeilen kann sie zum Beispiel die Gedanken von Gegnern kontrollieren, die sich dann gegen ihre Kameraden wenden. Oder noch besser: Zwei Feinde miteinander verbinden. Erschießt ihr einen, fällt der andere ebenfalls um, egal wo er sich befindet.

Echtzeitstrategie vom Feinsten

Ja, ihr habt Revolver und Gewehre, aber wenn ihr jetzt denkt, ihr könnt die riesigen, verwinkelten Areale einer Mission einfach erobern, wenn ihr einen Bleiregen auf die Feinde niederprasseln lasst, dann habt ihr euch schwer getäuscht. Desperados 3 ist vor allem ein Stealth-Game, bei dem ihr jede Aktion ganz genau planen sollt, die Standorte und Wege der Gegner erkundet und so viele davon still und heimlich ausschaltet, wie es nur geht.

Zu Beginn jeder Mission sorgt ein Kameraflug dafür, dass ihr euch die Gegebenheiten schon mal anschauen könnt. Euch vielleicht dabei schon mal einen groben Plan zurecht legt, wie ihr an das Auftragsziel herankommt. Hinterrücks ausschalten, die Leichen wegschleppen und gut verstecken ist schon meist ein guter Ansatz. Wichtig sind dabei die Sichtkegel, die anzeigen, wie euer Heimlichkeitsstatus im Augenblick ist: Grün bedeutet, alles in Ordnung, bei gelber Färbung solltet ihr schleunigst eine Deckung aufsuchen und Signalrot heißt, ihr seid entdeckt worden und der Ärger kommt direkt auf euch zu.

Die Gegner-KI verhält sich dabei erschreckend intelligent. So verfolgen euch die Bösewichte nach der Entdeckung gnadenlos, suchen jeden Winkel ab, entdecken eure Fußspuren im Schlamm und klettern auch auf Dächer. Wird auch noch Alarm geschlagen, stürzt eine ganze Horde an Verstärkung aus Wachhäusern und macht euch das Leben schwer. Dann heißt es: Zurückziehen und einen Plan aushecken oder das offene Gefecht suchen. Eine weitere Alternative ist es einfach die Options-Taste auf eurem DualShock-Controller zu drücken und schnell den letzten Speicherpunkt zu laden, um es dann besser zu machen.

Viele Wege führen ans Ziel

Schön: Auch wenn Stealth oftmals zu bevorzugen ist, könnt ihr jede Mission prinzipiell genau so angehen, wir es zu eurem Spielstil passt. Jeder Auftrag bietet mehrere Lösungsmöglichkeiten und Wege zum Ziel an. Wollt ihr Ballern, dann macht es, denkt nur daran, dass Munition nicht endlos vorhanden ist und der Krach die ganze Nachbarschaft alarmiert. Besonders Hectors abgesägte Schrotflinte macht einen Höllenlärm, nietet aber auch gleich eine ganze Reihe Fieslinge um. Stehen euch mal ganz dicke Wummen zur Verfügung, zum Beispiel die Gatling Gun in der Hochzeits-Mission von Kate, dann nutzt diese auch ausgiebig.

Die Fähigkeiten sind nicht allmächtig

Bärenfallen, Voodoo-Kräfte und die Macht der Liebe: Die Mitglieder der Bande verfügt über reichlich Spezialfähigkeiten, da sollte es doch kein Problem sein ein paar Banditen zu besiegen. Glücklicherweise hat der Entwickler hier einen sinnvollen Riegel vorgeschoben und ihr könnt die besonderen Aktionen nur begrenzt nutzen. Wachen werden zwar von Kates Schönheit in ihren Bann gezogen, was an den putzigen Herzchen über dem Kopf gut zu erkennen ist, aber das nur für eine begrenzte Zeit und die Magie von Isabelle ist zwar mächtig, wirkt aber nur in einem kleinen Umfeld. Und die knackigen „Long Coats“ sind gegen solche Manipulationen manchmal immun und könnten auch noch drei Treffer einstecken, bevor die Elite-Gegner zu Boden gehen.

Verlasst euch also nicht komplett auf die Fähigkeiten, schaut euch auch ganz genau in der Umgebung um. Ölpfützen laden geradezu ein, im richtigen Augenblick eine Fackel hinein zu werfen, Steinbrocken oder Kirchturmglocken eignen sich zum Erschlagen unliebsamer Wachen oder ein aufgescheuchtes Pferd tritt kräftig aus, was dem dahinter stehenden Feind gar nicht gut bekommt.

Spielt so herausfordernd, wie ihr es wollt

Schon auf dem ganz normalen Schwierigkeitsgrad stellt „Desperados 3“ eine ordentliche Herausforderung dar. Wenn ihr euch, zumindest zu Beginn, den Weg etwas einfacher machen möchtet, dann könnt ihr die Einstellungen auch individuell anpassen. Zum Beispiel aktiviert ihr mit dem Showdown-Modus eine richtig starke Option. Das Spiel lässt sich dann pausieren und ihr gebt in aller Ruhe euren Charakteren einen Befehl. Clever geplant, bastelt ihr euch so eine komplexe Befehlskette, die gleich eine ganze Reihe eurer Probleme in einem Zug löst, wenn das Spiel wieder normal weiter läuft.

Für Hardcore-Strategen dürften die „Baron‘s Challenges“ genau richtig sein: In diesen Zusatzaufgaben, sollt ihr Dinge vollbringen, die schier unmöglich erscheinen. Zum Beispiel nur mit Isabelle eine Mission bestreiten, die Gegend säubern, ohne Waffen und tödliche Fähigkeiten zu benutzen oder auf den Straßen von New Orleans eine grauenhafte Kreatur aufspüren. Weitere Challenges sollen als kostenlose Inhalte in der Zukunft noch nachgeliefert werden.

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