#WeAreAllGaming Staffel 3: Die E-Sport Schulliga – Diversität durch den Abbau von Grenzen

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Fragt man Erwachsene heute, was sie in ihrer Kindheit für Hobbies hatten und in welchen Vereinen sie waren, gibt es als Antwort meist die obligatorische Mischung aus Fußball, Judo, Schwimmverein, Schachclub, Badminton und Co. Viele dieser Aktivitäten werden auch heute noch im schulischen Kontext angeboten. Wiener Schulkinder haben nun die Möglichkeit, Gaming auf die gleiche Weise zu erleben – und das zusammen mit zahlreichen anderen Kindern von verschiedenen Schulen.

In der österreichischen E-Sport Schulliga treten Schulen mit ihren Teams in Spielen wie Overcooked 2, Rocket League und FIFA 21 an. Hinter dem Projekt stehen unter anderem Natalie Denk, Leiterin des Zentrums für Spieleforschung der Donau-Universität, und Wiener E-Sport Moderatorin Laura Peter. Im Gespräch mit beiden wollen wir mehr über die Aktion und ihren Einsatz für mehr Diversität im Gaming erfahren.

Die E-Sport Schulliga: Viel mehr als nur Zocken

Mit der E-Sport Schulliga schaffen Natalie, Laura und ihr Team ein Projekt, in dem Schulen mehrere Teams für Turniere stellen. Dabei werden verschiedene Spiele gespielt, sodass die Kinder in unterschiedlichen Bereichen Kompetenzen entwickeln können.

„Gaming und E-Sport sind schon längst Teil der Lebenswelt der Schüler*innen. Für die einen vielleicht etwas mehr, als für die anderen, aber es ist da, wächst und gewinnt noch immer mehr an Relevanz“, erklärt Natalie. „Es ist häufig eine gewisse Faszination der Schüler*innen für dieses Thema da und auch der Wille zu lernen, was außer dem Spielen an sich alles dahintersteckt.“

Und zu lernen gibt es eine ganze Menge: „Zum einen haben wir die Ingame-Skills. Neben den konkreten Fähigkeiten am Controller, ist kreatives Denken gefordert, Problemlösestrategien und insbesondere auch Teamwork“, sagt Natalie. Aber es geht noch weit über die Spiele selbst hinaus. Die Schüler*innen übernehmen Verantwortung für ihr Team und müssen sich selbst organisieren. Die Schirmherrin des Projektes sieht durch die Teilnahme an der E-Sport Schulliga eine Förderung zahlreicher Kompetenzen. Es braucht eine gute Kommunikation und soziale Skills, wenn die Teams funktionieren sollen. Darüber hinaus finde ein reger Austausch über die eigenen Schulen hinaus statt, den es so sonst nicht gegeben hätte.

Woher kommen eigentlich diese Grenzen? Weg damit!

Die Aufklärung und Förderung von Diversität spielen eine große Rolle für die Organisator*innen. Auch wenn E-Sport Moderatorin Laura von einer Kindheit mit Konsolen, Pokémon und Eltern berichtet, die beim Thema Gaming sehr offen waren – sie weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. „Vor allem Mädchen stoßen da heute noch immer auf Unverständnis. Gaming ist in den Augen vieler immer noch eine ‚Jungs-Sache‘. Und leider wird das auch jungen Mädchen so gesagt.“

Daher möchten Laura und Natalie vor allem Mädchen über die E-Sport Schulliga den Einstieg ins Gaming erleichtern und Hemmschwellen herabsetzen. „Im Schulalter haben wir eine gute Chance das zu tun“, erklärt Laura. „Da können wir frühzeitig Unsicherheiten beseitigen oder vorbeugen. Es ist nun mal noch ein sehr männlich dominiertes Feld. Mit Aktionen wie der E-Sport Schulliga können wir jungen Frauen Sicherheit geben und die Einstiegshemmschwelle erheblich senken.“

Allerdings, sind es nicht die Schüler*innen alleine, die profitieren: „Auch bei Lehrpersonen und Eltern können wir Vorbehalte abbauen und aufklären. Über ihre Kinder können wir in den Dialog gehen, Akzeptanz fördern und Aufklärungsarbeit leisten. Und davon wiederum profitieren dann auch die Schüler*innen wieder“, fügt Laura hinzu.

„Am Controller gibt es keine Grenzen“

Vor der E-Sport Schulliga war Natalie ebenfalls aktiv in der League Of Girls und trug zur Vernetzung der deutschsprachigen Gaming- und E-Sport-Szene bei: „Eine Geschlechtertrennung macht im Gaming eigentlich überhaupt keinen Sinn und das ist auch das Schöne daran. Am Controller gibt es keine Grenzen.“ In der E-Sport Schulliga spielen alle Kinder daher gemeinsam.

So schaffen Natalie Denk, Laura Peter und der Rest des Schulliga-Teams eine offene Willkommenskultur und leisten einen starken Beitrag zur Förderung von Inklusion im Gaming. Mehr Informationen zur Arbeit der E-Sport Schulliga findest Du auf ihrer Webseite, Twitter und Facebook.

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