The Quarry: Ferienlager des Grauens

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Ein lauer Sommerabend in dem fernab von der nächsten Stadt gelegenen Ferienlager Hackett’s Quarry: Eine Gruppe von Teens haben gerade ihre Zeit als Betreuer:innen hinter sich gebracht, die Kinder sind schon alle weg und die Truppe macht sich auf den Weg nach Hause. Zumindest war das der Plan, aber seltsamerweise will der Minivan nicht anspringen und so müssen Nick, Jacob, Emma, Kaitlyn, Dylan, Ryan und Abigail wohl oder übel noch eine Nacht in der Wildnis verbringen, während der Campleiter Chris – exzellent verkörpert von Scream-Veteran David Arquette – mit dem einzigen noch funktionierenden Wagen abzieht, um Hilfe zu holen.

Vorher weist er die Jugendlichen noch an, auf gar keinen Fall die Haupthütte des verwaisten Camps zu verlassen, man weiß ja nie, was in den Wäldern ringsum so alles lauern könnte. Und halten sich die Teenies an den Rat? Natürlich nicht, kaum ist Chris am Horizont verschwunden wird eine Abschlussparty geplant, um das Sommerabenteuer gebührend abzuschließen. Dass es in der Wildnis keinen Handyempfang gibt und die Festnetzleitung plötzlich den Geist aufgibt, versteht sich von selbst. Was folgt, ist eine Nacht des Schreckens und eine fantastische Hommage an die Camp-Horror- und Teenie Slasher-Filme der 1980er-Jahre. Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch den kompletten Prolog, in dem Ted Raimi als nicht allzu vertrauenswürdiger Sheriff einen großartigen Auftritt hat, vorab anschauen.

Kinoreif präsentierter Schocker

Eine bedrohliche Atmosphäre, jede Menge böse Überraschungen und Story-Twists sowie reichlich fiese Schockmomente: Supermassive Games, die absoluten Meister narrativer Horrorspiele, liefern mit The Quarry nach dem erfolgreichen interaktiven Teenie-Slasher Until Dawn und den spannenden The Dark Pictures Anthology-Gruslern erneut ein kinoreif präsentiertes Gänsehaut-Abenteuer ab, bei dem ihr entscheidet, welche Spielfigur einen grausamen Tod stirbt oder gerade noch mit dem Leben davon kommt.

Wer zum Schluss bei einem der vielen möglichen Enden noch den Sonnenaufgang erlebt, das hängt dann maßgeblich von euren zahlreichen vermeintlich kleinen und offensichtlich großen Entscheidungen im Spielverlauf ab. Dazu übernehmt ihr abwechselnd die Rolle einer der Protagonist:innen und gestaltet aktiv den Fortgang der immer düster werdenden Geschichte, in dem ihr in Gesprächen Dialogoptionen wählt, euch in brenzligen Situationen unter Zeitdruck für eine Aktion entscheiden müsst oder kleinere Quick-Time-Events meistert. An besonderen Punkten führen eure Entschlüsse dazu, dass ein bestimmter Weg beschritten wird, der unausweichlich zu erheblichen Konsequenzen führt. Ob diese dann gut oder schlecht für die Teenies sind, das erfahrt ihr erst am Ende, ein Zurück gibt es aber nicht.

Auf den ersten Blick erscheint die Teenie-Truppe wie eine Ansammlung gängiger Klischees: Es gibt den gutherzigen und eher einfältigen Typ, den Klassenclown, das schüchterne Mädchen, die egozentrische Zicke, den mysteriösen Grübler oder die selbstbewusste Macherin. Mit euren Entscheidungen sorgt ihr für Charakterentwicklung und steuert das Verhalten sowie die Beziehungen untereinander. Wenn das ängstliche Gruppenmitglied, welches bislang vor jedem Schatten gezittert hat, auf einmal über sich hinaus wächst und zum Helden oder Heldin wird, dann ist das auch euch zu verdanken.  

Blick in die Zukunft

Führt der freundliche Campleiter Chris was im Schilde? Was haben die Jäger vor, die immer wieder auftauchen und wie Bilderbuch-Rednecks aussehen oder handelt es sich bei dem beängstigenden Knurren aus dem Dickicht wirklich nur um ein Tier? Das werdet ihr schon selber herausfinden und wir wollen auf gar keinen Fall zu viel verraten. Aber ein paar Tipps möchten wir euch gerne geben. Sucht auf jeden Fall genau die Umgebung ab, wenn ihr einen der Jugendlichen steuert. Ihr findet nicht nur Hinweise zur blutigen Geschichte des Camps sowie Beweismaterial, welches euch auf die Spur des Geheimnisses von Hackett’s Quarry bringt, sondern auch insgesamt 22 recht gut versteckte Tarotkarten.

Zwischen den Akten des Schauerspiels besucht ihr automatisch die Hellseherin Eliza, die sich mit kryptischen Worten und Warnungen direkt an euch als Spieler wendet. Habt ihr im vorher abgeschlossenen Level Tarotkarten gesammelt, gewährt euch die gruselige alte Dame mit ihrer Glaskugel einen Blick in die Zukunft. In kurzen Szenen seht ihr den Tod einer Spielfigur und könnt euch selber einen Reim darauf machen, wie der sich möglicherweise verhindern lässt, wenn die Situation später eintritt.

Apropos Tod: Der bedeutet nicht unbedingt das Ende für einen Charakter. Habt ihr The Quarry einmal durchgespielt, wird die Option Todes-Rücklauf-System freigeschaltet und ihr bekommt drei Extraleben. Ist durch eine eurer Entscheidungen jemand gestorben, bekommt ihr so dreimal eine zweite Chance und kehrt an die Stelle der fatalen Wahl zurück. Besitzt ihr die Deluxe-Edition von The Quarry für PS4 und PS5 steht euch das System schon beim ersten Durchlauf zur Verfügung. Und das ist nicht alles: Zusätzlich bekommt ihr den Blutbad-Filmmodus, ein Horror-Grafikfilter-Paket sowie ab dem 08.07.2022 Charakter-Outfits im 80er-Look.   

Gemeinsam gruselt es sich am besten

Kopfhörer auf, Licht aus und es wird losgegruselt. Wenn ihr eher schreckhaft seid oder einfach das Spiel gemeinsam mit einem Freund oder Freundin erleben möchtet, dann spielt The Quarry in einer Couch-Koop-Session. Jeder wählt sich dann einen der Charaktere aus und versucht seinen oder ihren Liebling möglichst heil durch die zahlreichen Gefahrenstellen zu manövrieren. Natürlich könnt ihr auch den Einzelspielermodus nutzen und einfach den Controller weiterreichen oder die möglichen Konsequenzen an entscheidenden Stellen gemeinsam ausdiskutieren. Ab dem 08.07.2022 steht dann auch der Online-Multiplayer zur Verfügung, bei dem bis zu sieben weitere Spieler zuschauen und den Fortgang der Story mitbestimmen.

Oder ihr macht es euch vor dem Fernseher gemütlich, holt einen extragroßen Eimer Popcorn und genießt den Filmmodus, bei dem ihr zuschaut, wie sich The Quarry als spannender Spielfilm vor euch entfaltet. Dabei wählt ihr aus, ob alle überleben oder alle sterben sollen. Alternativ nehmt ihr selber im Regiestuhl Platz und stellt für alle Figuren ein, wie diese sich in Gesprächen, unter Druck, bei der Erkundung oder im Kampf verhalten sollen und schaut mal, was dann passiert. Wir freuen uns schon  auf den Blutbad-Kinomodus, um zu sehen, was sich die Macher so alles an innovativen Todesszenen ausgedacht haben.

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