Rollerdrome: So klingt das Jahr 2030

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Der bevorstehende Skater-Shooter Rollerdrome von Roll7 ist unser erstes Spiel mit einem komplett eigenen Soundtrack voll von düsteren retro-futuristischen Synthie-Beats des unglaublichen Electric Dragon. Ich sprach mit Ian, dem Künstler hinter Electric Dragon, über die Arbeit an diesem Projekt und die Entstehung dieses neuen Albums.

Jemima Tyssen Smith: Hallo Ian! Ich hatte das Vergnügen, mit dir zusammenzuarbeiten, als du die unglaubliche, völlig neue Musik für Rollerdrome produziert hast. Dieses Projekt war für Roll7 so aufregend, weil es das erste Mal war, dass wir einen komplett neuen Soundtrack nur für eines unserer Spiele bekommen haben. Was hat dich an diesem Projekt gereizt?

Electric Dragon: Du hast nach mir gefragt!

Haha – das stimmt! Ja, ich war sogar die erste Person, die sich an dich gewandt hat. Wir wollten ursprünglich nur einen Song, richtig?

Ja, so war es. Ich kannte damals noch nicht alle Einzelheiten zum Spiel, aber was ich sah, fand ich äußerst interessant. Deshalb habe ich damals angeboten, ein paar Originalstücke zu produzieren. Danach hatte ich ein Treffen mit einigen Mitgliedern des Teams und wir haben darüber gesprochen, was genau benötigt wurde. Ich bin mit dem Album, an dem ich zu der Zeit arbeitete, einfach nicht vorangekommen. Das Gespräch mit den Leuten von Roll7 hat mir wirklich neue Inspiration gegeben! Ich glaube, die Zusammenarbeit lief für alle Beteiligten sehr gut. Ich wollte schon immer an einem Soundtrack für ein Spiel arbeiten – Rollerdrome eignete sich für die gemeinsame Arbeit unglaublich toll.

Rollerdrome: So klingt das Jahr 2030

Ich glaube, als du über die Möglichkeit von Originalstücken gesprochen hast, fühlte sich das perfekt für uns an, da wir eine ganz besondere Stimmung für den Soundtrack wollten. Könntest du etwas darüber erzählen?

Natürlich. Die Energie, die wir suchten, war ein Soundtrack mit der Kraft von Synthwave – aber einer deutlichen Note der 70er-Jahre. Wir hatten das Gefühl, dass es ziemlich schwierig sein könnte, das Gleichgewicht zu halten, da wir wirklich vermeiden wollten, dass es zu sehr in Richtung Disco geht. Schließlich hat das Spiel eine düstere Atmosphäre, die sich in der Musik widerspiegeln sollte. Letztendlich hat sich das Ganze aber ganz natürlich entwickelt. Ich bin den Soundtrack im Grunde so angegangen, als ob er aus dem Blickwinkel der 70er-Jahre in die Zukunft gerichtet wäre. Ganz im Stil von „Tomorrow‘s World“ von BBC, verstehst du? Und dann habe ich mich von vielen verschiedenen Dingen inspirieren lassen: Pionieren der 70er-Jahre wie Vangellis, Wendy Carlos, Philip Glass, Giorgio Moroder, Tangerine Dream … Es war ein Sammelsurium von Einflüssen!

Es ist so inspirierend, dein cooles Equipment zu sehen. Das sind wirklich interessante Sachen! Was hat dich überhaupt zur Musik und zum Synthwave gezogen?

Als Kind hatte ich einen Commodore 64 und mein Onkel hat mir damals eine Software namens „Utilisynth“ gekauft. Es war sehr kompliziert, aber ich habe es geschafft, ein paar fantastische, wummernde Geräusche damit zu produzieren. Ab diesem Zeitpunkt war ich irgendwie süchtig danach! Ich spielte dann Gitarre, legte in den 90er-Jahren House-Musik auf und war dann für eine Zeit lang in einer Death-Metal-Band … aber irgendwann kehrte ich zum Synthesizer zurück.

Und darüber sind wir sehr froh! Dieses Projekt ist offensichtlich ganz anders als die Arbeit an einem Album, das nicht so eng mit einem Spiel und einem Konzept verbunden ist. Wie hat das für dich funktioniert?

Das stimmt. Da die Songs zum Gameplay passen müssen, konnte ich die Breakdowns nicht so gestalten, wie ich es vielleicht bei einem völlig freien Album getan hätte. Das war eine wirklich interessante Herausforderung! Außerdem musste ich ein Gleichgewicht zwischen der dystopischen Erzählung und dem spannenden Gameplay finden. Die Titel mussten also knallhart sein, aber auch irgendwie ein Gefühl von Spaß vermitteln. Meiner Meinung nach tragen diese positiven Momente wirklich dazu bei, die dunklen Teile des Spiels noch viel dunkler zu machen. Das gefällt mir wirklich gut daran! Eine Sache, die mir an dem Prozess Spaß gemacht hat – und das klingt jetzt vielleicht albern –, war, dass die Erzählung mir dabei geholfen hat, die Songs auszuwählen. Es fällt mir immer sehr schwer, Songs zu benennen. Aus diesem Grund war es eine Erleichterung, dass es bereits Inhalte gab, die ich mit den Songs verknüpfen konnte.

Zum Schluss muss ich noch fragen, woher der Name „Electric Dragon“ kommt?

Er stammt aus einem japanischen Film aus dem Jahr 2001: Electric Dragon 80.000 V. Es geht um zwei Rivalen, die einen Stromschlag bekommen und dann Superkräfte haben … und sie spielen auch noch richtig krasse Gitarrensoli!

Das klingt so cool! Der kommt direkt auf meine Liste. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mit mir zu plaudern. Und danke noch mal für den epischen Soundtrack, den du für uns produziert hast! Ich kann es kaum abwarten, bis die Spieler ihn im Spiel erleben können.

Ich auch nicht! Rollerdrome erscheint am 16. August 2022 als Download für PlayStation 5 und PlayStation 4.

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