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Ghost of Tsushima: Die deutsche Stimme von Jin Sakai

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In den Aufnahmestudios von Spezialisten für Spielelokalisierung und Sprachaufnahmen wird unter anderem dafür gesorgt, dass die Charaktere aus PS4-Blockbustern wie „God of War“, „Days Gone“, „Death Stranding“ und aktuell dem Samurai-Epos Ghost of Tsusima eine passende deutsche Vertonung erhalten. Eine sehr wichtige Aufgabe, denn über die Ausdruckskraft der Stimme werden Emotionen transportiert, die maßgeblich zur Immersion beitragen. Ohne eine professionelle Synchronisation kann das gesamte Spielerlebnis leiden, wenn zum Beispiel ein Charakter nicht glaubwürdig erscheint und seine Handlungen nicht nachvollziehbar sind. Nur ein Teil der Sprachaufnahmen erfolgt vor Ort in den Studios der Lokalisierungsagenturen. Die moderne Technik macht es problemlos möglich über das Internet Regieanweisungen zu geben und Audiodateien zu übertragen. So können die Sprecher in einem Aufnahmestudio in ihrer Heimatstadt oder aus einem entsprechend technisch ausgestattetem Home Office ihre Arbeit erledigen, ohne Zeit durch weite Reisen zu verlieren.

Auf der Suche nach den passenden Sprechern

Ghost of Tsushima: Die deutsche Stimme von Jin Sakai

Zu den vielfältigen Aufgaben, an denen in enger Zusammenarbeit auch immer Mitarbeitern von Sony Interactive Entertainment (SIE) mitwirken, gehört das Casting von Sprechern, die perfekt für die Rolle geeignet sind. Die bereits gesammelte Erfahrung der meist professionellen Schauspieler ist dabei ausschlaggebend und natürlich müssen die Stimmfarbe und der Ausdruck zu dem Original-Charakter passen. So wurden beispielsweise der Bühnen- und Hörbuch-erfahrene Adam Nümm aufgrund seiner markanten Stimme für Deacon St. John, den Protagonisten aus „Days Gone“, ausgewählt und der Komiker Hennes Bender als Sprecher für Newton in „LittleBigPlanet 3“ verpflichtet.

Johannes Semm – Die deutsche Stimme von Jin Sakai

„Jin Sakai ist ein faszinierender Charakter und der Wandel vom ehrwürdigen Samurai zum Geist eine echte Herausforderung. Aber eine, die unglaublich viel Spaß gemacht hat, ich hatte schon beim Casting schwer Bock, den Job zu machen“, erklärt Johannes Semm, der deutsche Synchronsprecher von Jin, im Interview. Der gebürtige Hesse ist ein erfahrener und dynamischer Sprecher, der seine Stimme unter anderem bereits Rudy aus der Serie „Bob’s Burger“ und Heartman aus „Death Stranding“ geliehen sowie zahlreiche Hörbücher, zum Beispiel „Red River – Tränen aus Blut“, eingesprochen hat. Als bekennenden Film- und Videospielfan war Johannes von Anfang an begeistert von der cineastischen Darstellung des Spiels und der moralischen Zerrissenheit Jins. „Zuerst ist es eine fantastische Reise durch die traumhaften Landschaften Tsushimas und Jin steht voll hinter dem Ehrenkodex der Samurai. Je mehr Gräueln er aber begegnet, desto mehr verändert sich auch seine Einstellung und er legt seine Rüstung ab, setzt eine Geister-Maske auf und wird zum Ghost, der ganz anders denkt und kämpft als ein traditioneller Samurai. Er blickt in einen seelischen Abgrund und ändert daraufhin drastisch sein Verhalten im Verlauf des Spiels. Mir war es wichtig, dieses Geschehen packend und glaubhaft zu spielen, mich selber mit dem Charakter weiter zu entwickeln.“

Aufwändiger als ein Hollywood-Film

Für die Produktion von „Ghost of Tsushima“ sprach Johannes Semm mehr als 30.000 Lines ein. Eine „Line“ entspricht dabei nicht unbedingt einem gesprochenen Satz, es können auch einzelne Geräusche sein, die Jin im Spiel von sich gibt. Beispielsweise ein Stöhnen, wenn er von einem Hieb getroffen wird, oder ein schmerzhaften Ächzen nach einem Sturz. Semm hat alle Kampfgeräusche an nur einem Tag aufgenommen, das hat sehr viel Kraft gekostet und er war nach eigener Aussage danach körperlich am Ende. Insgesamt haben die Synchronarbeiten im Studio nur für den Part des Jin Sakai seit Januar 2020 gut 60 Stunden gedauert. Bei der Vielzahl an Figuren und dem gigantischen Umfang des Open-World-Samurai-Epos könnt ihr euch bestimmt vorstellen, wie aufwändig allein die Synchron- und Lokalisierungsarbeiten waren, damit ihr das großartige Abenteuer des Ghost von Tsushima perfekt erleben könnt.

Jahrelange Arbeit im Geheimen

Die Arbeiten an einem AAA-Titel beginnen oftmals lange, bevor ihr von einem neuen Spiel genaueres erfahrt. Bei „Ghost of Tsushima“ haben die ersten Vorbereitungen für die Lokalisierung und Synchronisation schon vor über einem Jahr begonnen. Tim Hennemann, als Voice Over Director bei der Lokalisationsagentur für „Ghost of Tsushima“ verantwortlich, hat schon an vielen Top-Games wie der „Uncharted“-Serie, „Death Stranding“ oder „The Last of Us“ gearbeitet und legt Wert auf höchste Qualität. Neben der Auswahl der Sprecher und der Arbeit mit den Lektoren und Übersetzern gehört die Regie der Synchronsprecher zu seinen Aufgaben. Tim gibt zum Beispiel wichtige Anweisungen und Anregungen, in welcher Stimmung sich ein Charakter gerade befindet, ob die Stimme jetzt wütend oder vielleicht auch traurig klingen muss. Dabei orientiert er sich an den Original-Sprechern und muss immer den Kontext der Szene kennen. Keine leichte Aufgabe, denn zu Beginn stehen nicht allzu viele Informationen bereit und es gibt noch keine Artikel oder andere Referenzen, die über das Spiel berichten. Als Informationsquelle bekommt der Voice Over Director Texte von den Entwicklern, die einen Einblick in die Story und die Beweggründe sowie Handlungen der Protagonisten beinhalten.

Umfangreiches Bildmaterial oder Animationen sind zu Beginn meist noch nicht vorhanden, so arbeitet das Lokalisationsteam mit ersten Motion Capture-Aufnahmen und den übersetzen Texten aus dem Studio. Dabei direkt eine Lippensynchronität zu erreichen ist nur eines der Kunststücke, die ein erfahrener Voice Over Director vollbringt. Damit die gewohnt hohe Qualität der deutschen Synchronisation wieder erreicht wird, muss die Chemie zwischen Sprecher und Regie stimmen. Und die hat zwischen Tim und Johannes auf Anhieb gepasst, wie ihr bald selber in „Ghost of Tsushima“ hören könnt.

Ghost of Tsushima erscheint am 17. Juli exklusiv für PlayStation 4

Alle Vorbesteller sämtlicher Versionen erhalten

  • Digitaler Mini-Soundtrack
  • Dynamisches Design
  • Avatar von Jin

Ihr könnt das Spiel zum Download im PlayStation Store vorbestellen oder ihr legt euch eine der vier physischen Editionen des Samurai-Epos zu.

Standard Edition

Die Standard Edition enthält das Spiel auf Blu-ray Disc.

Standard Plus Edition

Die exklusiv bei Amazon erhältliche Standard Plus Edition enthält zusätzlich ein edles Cover-Artwork mit individuellem Foliendruck und beidseitigem Cover-Design.

Special Edition

Die Special Edition beinhaltet eine SteelBook-Hülle, einen Gutschein für ein “Held von Tsushima”-Masken und Schwert-Skin, den Talisman der Gunst Hachimans, 1 Technikpunkt, den Kommentar des Directors und ein digitales Mini-Artbook.

Collector’s Edition

Die Collector’s Edition enthält eine edle Masken-Replik mit Display-Sockel und Einzelnummerierung, um eure Freunde zu beeindrucken. Zusätzlich gibt es ein Sashimono (Kriegsbanner), wie ihr es auch im Spiel sehen werdet (es ist fast 140 cm lang) und ein traditionelles Furoshiki (Wickeltuch). Ihr erhaltet zudem ein Exemplar des Spiels in einer SteelBook-Hülle, ein physisches 48-seitiges Mini-Artbook von Dark Horse und eine künstlerische Ausarbeitung der kompletten Weltkarte (auf Stoff gedruckt). Zudem ist ein Gutschein für alle oben genannten digitalen Inhalte der Digital Deluxe Edition enthalten.

Hier geht’s zur Vorbestellung der beiden digitalen Versionen in den PlayStation Store:

Ghost of Tsushima – Digital Edition

Ghost of Tsushima – Digital Deluxe Edition – hier gibt es zusätzlich ein “Held von Tshushima”-Skin-Set, 1 Technikpunkt, den Talisman der Gunst Hachimans, ein digitales Mini-Artbook sowie einen spannenden Kommentar des Directors, der tief in die Spielwelt und deren Inspirationsquellen blicken lässt.

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